Schlaf-Atem-Störung

Mai 25, 2015 2:57 pm

Krankhaftes Schnarchen

Fast ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Die regelmäßige Erholung in der Nacht ist wichtig für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Schnarchen Schlaf-Atem-Störung

Krankhaftes Schnarchen wird unter anderem auch als obstruktive Schlaf-Atem-Störung oder Schlafapnoe bezeichnet.

Wodurch unterscheidet sich krankhaftes Schnarchen vom harmlosen Schnarchen?

Krankhaftes Schnarchen tritt üblicherweise in jeder Nacht auf. Es ist häufig so laut, dass es sogar noch von Leuten im nächsten Zimmer wahrgenommen werden kann. Die Atmung macht immer wieder längere Pausen. Weiters ist das krankhafte Schnarchen häufig in einer hohen Tonlage, fallweise kommt es zu explosionsartigen „Atemgeräuschen“. Harmloses Schnarchen hingegen tritt gelegentlich auf, ist mittellaut bis laut. Die Atmung ist regelmäßig ohne Aussetzer, der Klang ist tiefer.

Die Atemunterbrechungen führen zu einer geringeren Sauerstoffsättigung des Blutes. Wenn diese einen bestimmten Grenzwert unterschreitet, kommt es zu einer Alarmreaktion des Körpers. Die Atmung wird wieder aufgenommen, aber durch diese Alarmreaktion entsteht eine Störung des Schlafprofils.

Das Schlafprofil ist durch ein langsames, regelmäßiges Abwechseln von leichten, tiefen und sehr tiefen Schlafperioden gekennzeichnet. Wenn durch die vorher beschriebene Alarmreaktion das Schlafprofil stark gestört ist, ist der Erholungswert des Schlafes nicht mehr gegeben. Permanente Müdigkeit trotz ausreichender Schlafstunden oder Einschlafen unter Tags bei monotonen Tätigkeiten sind unter anderem Kennzeichen dieser Störung. Die Patienten unterliegen einer höheren Gefährdung zum Beispiel beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen.

Was mache ich, wenn ich glaube, dass ich unter kranhaftem Schnarchen leide?

Zunächst sollte ein Facharzt für Hals, Nasen und Ohren aufgesucht werden, um eine Abklärung der oberen Atemwege durchzuführen. Weiters kann mit Fragebögen der Verdacht auf krankhaftes Schnarchen erhärtet werden. Es sollte dann eine Abklärung des Schlafprofils in einem sogenannten Schlaflabor durchgeführt werden. Im Schlaflabor werden, während der Patient schläft, zahlreiche Messwerte aufgezeichnet und ausgewertet. Nach Auswertung der Ergebnisse kann man das Risiko pathologischer Atemstörungen wesentlich genauer abschätzen und eine entsprechende Therapie veranlassen.

Therapie mit kieferorthopädischen Geräten – die „Schnarcherschiene“

Vielen kranken Schnarchern kann dadurch geholfen werden, dass sie in der Nacht ein kieferorthopädisches Gerät tragen, das die Mundatmung nicht einschränkt, aber das Unterkiefer in einem vorgeschobenen Zustand hält. Dadurch sind die Atemwege nicht eingeengt und das krankhafte Schnarchen unterbleibt.

Beatmungstherapie

Die Patienten tragen zum Schlafen eine Kunststoffmaske, durch die mit einem geringen Überdruck geatmet wird. Dadurch bleiben die oberen Atemwege offen und das krankhafte Schnarchen unterbleibt.

Chirurgische Therapie

Je nach Art der Einengung der oberen Atemwege kann auch eine chirurgische Intervention erforderlich sein. Diese erfolgt natürlich nur nach sorgfältiger Abklärung und nach Ausschöpfung aller anderen sinnvollen Möglichkeiten.

Dr. Andreas Temmel, Brunnergasse 1-9 Top 4-4, A-2380 Perchtoldsdorf; Telefon 01/26 581 67.

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